
Zum brandneuen Album »On the Rocks« von James Last gibt es vor der Schlager 4U-Kritik zunächst den offiziellen Pressetext:
„JAMES LAST und Rockmusik – wie passt das zusammen? Sehr gut sogar! In den 1960er und 1970er Jahren entdeckte der „Partykönig“ die internationale Rockszene für sich und nahm Hits von Bob Dylan, Creedence Clearwater Revival, John Lennon, Neil Diamond, Santana, The Sweet, Van Morrison, The Eagles, Bob Marley, The Animals und vielen anderen auf. Nicht nur seine Fans waren begeistert, auch Musikkritiker und teilweise sogar die Originalkünstler waren sich einig: seine Versionen waren so gut wie die Titel aus den internationalen Charts.
Das 4-CD-Set “JAMES LAST ON THE ROCKS” vereint erstmals alle rockigen Highlights von James Last, aufgenommen mit einer Gruppe von Sängerinnen und Sängern, die er persönlich in Londoner Tonstudios auswählte: die JAMES LAST COMPANY bestand aus Sue Glover und Sunny Leslie (von Brotherhood of Man), Margo Quantrell und Jean Ryder (von den Breakaways), Lyn Cornell (von den Pearls), Kay Garner (von den Ladybirds), Tony Burrows (von Edison Lighthouse) sowie den Studiosängern Neil Lancaster und Peter Barnfather. Sie bilden den Kern von James Lasts groovigem Rocksound!
Alle Tracks wurden frisch remastered. Ein informatives und bebildertes Booklet erzählt von James Lasts „Rock-Ära“ und enthält interessante Details zu allen Songs.“
Quelle: Universal Music
Die Schlager 4U-Review: Wenn ein großer Name ganz gelassen einen Raum füllt
»On the Rocks« ist kein Stück, das sich aufdrängt. Es gleitet eher hinein, setzt sich hin und ist einfach da. Typisch James Last eben. Warme Bläser, ein entspannter Groove, alles wirkt mühelos, fast beiläufig. Die Melodie hat diesen leicht schwebenden Charakter, der sofort Bilder entstehen lässt: gedimmtes Licht, ein Glas in der Hand, der Abend noch offen. Hier geht es nicht um Spannung, sondern um Haltung. Um Musik, die weiß, was sie kann, und genau deshalb nichts beweisen muss.
James Last war immer Meister darin, Stimmung zu bauen, ohne Worte zu brauchen. Auch hier erzählt der Sound mehr als jeder Text es könnte. Elegant, aber nie kühl. Zugänglich, aber nie banal.
Zwischen Easy Listening und eigener Handschrift
Musikalisch bewegt sich »On the Rocks« klar im Kosmos des Easy Listening, doch das greift zu kurz. Die Arrangements sind fein austariert, jedes Instrument kennt seinen Platz. Nichts ist zufällig, nichts überladen. Der Rhythmus trägt, ohne zu treiben, die Harmonien fließen, ohne zu zerfließen. Das klingt zeitlos und gleichzeitig erstaunlich frisch.
Im Kontext der Karriere von James Last passt der Titel perfekt. Er steht für eine Ära, in der Musik noch Raum hatte zu atmen. Für einen Künstler, der es geschafft hat, Unterhaltung und Anspruch zu verbinden. »On the Rocks« wirkt wie ein destillierter Moment aus diesem Lebenswerk: gelassen, souverän, ohne jede Hektik. Ein Stück, das nicht modern sein will, aber modern wirkt, weil es sich treu bleibt.
Musik für den Moment dazwischen
»On the Rocks« ist kein Song für den großen Auftritt, sondern für die Zwischentöne. Für Augenblicke, in denen man kurz innehält und merkt, dass genau jetzt alles passt. James Last liefert hier keine Überraschung, sondern Verlässlichkeit auf hohem Niveau.
Gerade darin liegt die Qualität. Diese Musik drängt sich nicht in den Vordergrund, sie begleitet. Sie schafft Atmosphäre, ohne Aufmerksamkeit einzufordern. Und manchmal ist genau das die größte Kunst. »On the Rocks« klingt wie ein leiser Beweis dafür, dass gute Musik nicht laut sein muss, um lange zu bleiben.







