Michelle begeistert in der ausverkauften »EmslandArena«
Mit dem Auftakt ihrer Abschiedstournee in der »EmslandArena« in Lingen hat Michelle am gestrigen 18. Januar 2026 eindrucksvoll gezeigt, warum sie seit über drei Jahrzehnten zu den prägenden Stimmen des deutschen Schlagers gehört. Stimmlich präsentierte sie sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere: präzise, kraftvoll, emotional und vor allem komplett auf den Punkt, saß an diesem Abend wirklich jede Phrase, jede Höhe, jedes Vibrato.
Bühne: Schlicht, modern, wirkungsvoll
Das Bühnenbild setzte auf eine große, hochauflösende LED-Wand, die inhaltlich klug bespielt wurde und die Songs visuell unterstützte, ohne sie zu überlagern. Ansonsten herrschte wohltuende Reduktion: keine Tänzer, keine überladene Showmechanik, sondern eine angenehm schlichte Bühne, die Michelles Songs und Persönlichkeit in den Mittelpunkt stellte. Diese Entscheidung erwies sich als goldrichtig: Sie füllte die Bühne allein mit Präsenz, Ausstrahlung und Repertoire.
Dramaturgie: Vom respektvollen Zuhören zur ausgelassenen Party
Das Publikum erlebte einen klaren Spannungsbogen. In der ersten Hälfte blieb die Arena überraschend zurückhaltend, viele Zuschauer saßen durchgehend und hörten konzentriert zu. Das lag sicher auch an der Setlist, da zunächst auch eher die Balladen im Fokus standen. Spätestens nach der Pause kippte die Stimmung: Die Menschen standen, sangen mit und verwandelten das Konzert in eine ausgelassene Schlagerparty, die bis in die Zugaben hinein trug. Die Setlist spannte dabei den großen Bogen durch Michelles Karriere – von Klassikern wie »Flutlicht«, »Wahnsinnig«, »Wer Liebe lebt« und »Idiot« bis hin zu neueren Titeln. Besonders emotional wurde es bei »Kleine Prinzessin«, als (wie schon bei vielen früheren Konzerten) rund 20 Kinder aus dem Publikum auf die Bühne geholt wurden und Michelle den Song gemeinsam mit ihnen sang. Ein Moment, der die generationsübergreifende Bedeutung ihrer Musik eindrucksvoll sichtbar machte.
Eric Philippi – Mehr als nur Special Guest
Eric Philippi fügte sich organisch in den Abend ein und war sowohl als Duettpartner (»Falsch dich zu lieben«, »Nicht verdient«, »Idiot«) als auch mit eigenen Solobeiträgen (»Schockverliebt«, »Wir bleiben noch«) am Start. Seine Solo-Slots nutzte Michelle für Outfitwechsel, was den Ablauf elegant strukturierte und dem Konzert zusätzliche Dynamik verlieh. Auch persönlich wurde es: Michelle bestätigte auf der Bühne, dass ihre Beziehung zu Eric eine der besten Entscheidungen ihres Lebens gewesen sei: Ein Satz, der in Lingen spürbar warm aufgenommen wurde.
Tolle Band, top Backgroundsängerinnen
Die beiden Backgroundsängerinnen sind keine Unbekannten: Birgid Jansen hat z. B. mit Matthias Reim und Semino Rossi zusammengearbeitet und auch Leslie Jost ist keine Unbekannte in der Szene und ebenfalls bei besagten Künstlern im Team. Zudem unterstützten beide Eric Philippi bei seinem Heimkonzert in Saarlouis. Musikalischer Leiter bzw. Musical Director (MD), wie man so schön sagt, ist wieder Martin Ziaja. Er hat sich neben den beiden tollen Background-Sängerinnen fantastische Musiker für die Live-Tour zusammengeholt: Simon Manthey, Jan Lammert und Jens Golucke. Die Band ist ein absoluter Gamechanger – nur wenn alles passt, sie ihren Künstler tragen und vor allem feiern, was auf der Bühne geschieht, kommt man zu solch einem Ergebnis wie wir es in Lingen erleben durften.
Persönliche Momente und Abschiedsstimmung
Ein besonders berührender Augenblick entstand, als ein Kind ins Mikrofon sagte, wie schade es sei, dass Michelle nun Abschied nehme. Die Sängerin reagierte offen und herzlich: Sie erzählte, dass sie mittlerweile Oma geworden sei und sich darauf freue, künftig mehr Zeit mit ihrem Enkelkind und ihrer Familie verbringen zu können. Diese Offenheit verlieh dem Abend eine zusätzliche emotionale Tiefe und machte deutlich, dass diese Tour mehr ist als nur eine weitere Schlagerreise – sie ist ein bewusst gestalteter Abschied.
Unser Fazit
Der Tourstart in Lingen war ein voller Erfolg: stimmlich herausragend, dramaturgisch klug aufgebaut und getragen von einer Künstlerin, die ihre Karriere selbstbewusst und würdevoll abschließt. Michelle zeigte sich fokussiert, präsent und in bestechender Form. Es war ein Konzert, das Lust auf die kommenden Termine macht und bestätigt, dass diese Abschiedstournee ein echtes Highlight im Schlagerjahr 2026 werden wird


























